October 22nd, 2007

Der Name stammt noch aus meiner DJ-Zeit in kleinen, schummerigen Bars in St. Pauli. Das war so Ende der Neunziger Jahre. Zum ersten Mal habe ich ich das Pseudonym 1995 für die Album-Linernotes meiner Surf-Band (Looney Tunes, LP Modern Sounds of…, Gee-Dee Music / String Records) benutzt.
Ich komme vom Rock’n’Roll. Elvis, Jerry Lee und die Stray Cats waren meine frühen Vorbilder. Doch ich bin immer auf der Suche nach unbekannten musikalischen Gefilden – und so schon früh zum Surf gekommen. Von 1993 bis ’98 hatte ich dann meine Surfband zusammen. Wir haben uns leider nach drei Alben aufgelöst. Trotzdem beschloss ich weiter Musik zu machen. Ich hatte inzwischen meinen Horizont bis zu Easy (Bert Kämpfert), Incredibly Strange Music (1 & 2) und natürlich Hapa Haole und Exotica ausgeweitet. Das Auflegen war eine schöne Möglichkeit meine geliebte Surfmusik in eine Wolke aus exotischer, wilder, pre-psychelischer und vor allem athmosphärisch dichter Musik einzuhüllen. Wo sie für meine Ohren hingehört.
Ich hatte also mit meiner Band das Trad-Surf Gebiet erfolgreich beackert und war nun wieder vogelfrei und konnte alles mischen wie ich lustig war! Als erstes wurde Gogo Sitar veröffentlicht. Und dieses Stück ist ein gutes Beispiel für meine Musik, weil es vieles verbindet was für den einen oder anderen vielleicht nicht unbedingt so ganz zusammen gehört. Ich würde es so beschreiben:
Jack Lemmon und Doris Day betreten eine verrückte Tanzbar, 1966. Jack trinkt einen Kaffee und Doris drei ominöse Cocktails. Die gedrechselten Möbel und Geländer sind in Knallgrün, Rosa und viel Lila gestrichen. Als die Band anfängt (Gogo Sitar) zu spielen hält es die leidlich beschwipste Doris nicht mehr auf ihrem gelben viktorianischen Stuhl und stürmt auf die überfüllte Tanzfläche. Die meiste Zeit tanzt sie mit einem blonden Surfertypen in T-Shirt und weißen Levi’s und einem suaven, aber etwas finsteren Dandy mit Sonnenbrille und Beatnickeinschlag – gleichzeitig. Während des Orgelsolos hat sich Jack so weit zu Ihr vorgekämpft, daß er sie am Arm zupfen kann, aber bevor Doris es bemerkt, wird Jack durch einen 3er-Trupp Frühhippie Ladies abgedrängt…
Nach Gogo Sitar habe ich noch 11 andere Nummern aufgenommen und das ganze zu Ehren meines DJ-Abends (Kahuna Kawentzmann’s Tiki Lounge) The Tiki & The Guitar genannt.
Dann verschlug es mich nach Berlin. Nach einem meiner extremst seltenen Live-Auftritte fragte mich Jochen von Living Room Pictures, ob ich Zeit und Lust hätte für sein DVD-of-Tiki-Projekt Musik zu machen. Was für eine Frage! Das ist jetzt seit einiger Zeit auch fertig und unter dem Titel Tiki Traveling erhältlich.
Durch Jochens Projekt ist mir klar geworden, dass meine mittlerweile locker 25 Jahre Homerecording- und Kompositionserfahrung, das Herstellen von guter und zielgenauer Filmmusik und ähnlichem ermöglicht. Was vorher ja nur eine Ahnung war. Außerdem biete ich auch einen speziellen Gitarrenaufnahmedienst an: wenn bei einer Produktion eine Gitarre fehlt, deren Sound und Style ich anbiete, kann man für kleines Geld die Takte von mir aufgenommen bekommen und ich schicke sie anschließend auf elektronischem Weg an den Auftraggeber, dem hoffentlich der Kinnladen runterklappt ob der Klarheit der Aufnahme bei gleichzeitiger Extremstauthentizität.

Wer über weitere Veröffentlichungen auf dem Laufenden bleiben will kann die RSS-Feeds von meinem Blog (http://kawentzmann.de/cgi-bin/weblog_basic/index.php) oder meiner Homepage (http://www.kawentzmann.de) abonnieren. Oder mich auf MySpace (http://www.myspace.com/kawentzmann) als gewinnen.

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